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A.D.

Ich möchte heute auf Glaubensunterschiede in den Konfessionen zu sprechen kommen. Dabei ist es doch so, dass die katholische Kirche mehr oder weniger offen eine Alleinvertretung in deiner Nachfolge beansprucht. Hat deiner Meinung nach der Vatikan das Recht dazu?

 

INRI:

Die Sache mit der Alleinvertretung durch eine einzige Christkirche - auch wenn es mit dem Vatikan die Hauptkirche ist - sehe ich sowohl positiv als auch negativ.

Zunächst positiv aus dem Grund, weil den seit der Renaissance vermehrt und anhaltend aufgetretenen Bestrebungen zur Kirchenaufspaltung ein Block entgegenzusetzen ist, um zumindestens den Trend nicht weiter anwachsen zu lassen. Denn die christliche Kirche sollte am besten quasi aus einem einzigen Guss bestehen, um gegenüber allen anderen Religionen und Ideologien mit einer Stimme sprechen zu können. Die so genannte Ökumene stellt ja bereits schon eine darauf abzielende, konfessionsübergreifende Bewegung dar. Indem jedoch offenbar keine Konfession von ihren Positionen abzurücken bereit ist, scheint diese Bestrebung zum Scheitern verurteilt zu sein.

Negativ sehe ich dagegen die Alleinvertretung im Hinblick auf die Glaubenslehre an sich, als jeder seine eigene fehlerhafte Doktrin besitzt, und sie gegen alle anderen durchhalten und durchdrücken möchte. Ein unrühmliches Beispiel dafür ist der Vatikan, der z.B. über seinen Papst für sich Unfehlbarkeit beansprucht. Wäre aber eine Konfession ohne Makel, dann gäbe es an einer Alleinvertretung auch nichts auszusetzen. Doch ist leider die katholische Konfession - ebenso wie auch alle anderen Lehrmeinungen - nicht fehlerfrei. Kein christliches Glaubensmodell gibt meine einstige Lehre korrekt wieder. Am nächsten kommt meinen damaligen Darlegungen noch die koptische Kirche, weil sie den so genannten Thomastext mit in ihre Glaubenslehre einbezogen hat. Dieser Kirche ist dadurch das All- bzw. Existenzialgeheimnis noch am ehesten bewusst und gegenwärtig, während alle anderen Konfessionen wider besseres Wissen meinen, das Daseinsgeheimnis einerseits bei Gott belassen zu dürfen, um es andererseits mit eigenen Konstrukten ersetzen zu können. Ein Beispiel dafür ist die katholische Lehre vom Fegefeuer.

Zu meiner Zeit hatte ich den israelischen Theologen vorgeworfen, dass sie meinen, durch ihr Schriften-Studium bzw. über ihr Verständnis dessen das ewige Leben zu besitzen. Dann hatte ich ihnen aber aufgezeigt, welche Texte sich auf mich beziehen, und ihnen erklärt, dass ich selbst die Erfüllung all ihrer Schriften bin. Die ablehnenden Reaktionen darauf sind von den Evangelisten richtig überliefert worden. So hatte mein Tod am Kreuz unter anderem auch von dorther seinen Grund. Ich sage dies jetzt hier, weil die Parallelen zu damals und heute unübersehbar sind. Die altjüdischen Schriften wurden damals im Kern von den Juden nicht verstanden, ebenso wenig wie heute die Bibel bzw. der Kern meines Evangeliums von den Christen verstanden wird. Aber das Missverständnis meiner Verkündigungen hat seine gottgewollte Richtigkeit, weil das verschlossene Allgeheimnis sonst nicht weiter zu transportieren gewesen wäre. Denn verschlossene Geheimnisse sind regelmäßig nicht überlieferungsfähig. Ich wusste also immer sehr genau, warum ich nicht im Klartext, sondern überwiegend in Gleichnissen zu sprechen hatte, welche von so gut wie niemandem verstanden werden konnten. Meinen Jüngern musste ich dann allerdings im Nachhinein alles erläutern. Aber auch da ließ ich zumeist keinen Aha-Effekt zu.

Die einstigen Kirchenspaltungen zu den heutigen Konfessionen sind ergo das Ergebnis meiner über die vielen ersatzweisen und unterschiedlichen Gleichnisse verdeckten Verkündigungen, welche genügend Spielraum für voneinander abweichende Auffassungen lassen sollten. Weil ich somit die Verantwortung für alles daraus Folgende trage, kann ich auch niemandem in seinem jeweiligen Glauben und seiner jeweiligen Konfession einen Vorwurf machen. Ich hatte es bereits schon in einem Vorinterview anklingen lassen, dass bekanntlich bei Gott einzig und allein das bloße Herz zählt, und nicht etwa Intelligenz und Intellektualität. In diesem Sinne kann ich keinen Unterschied bei allen Menschen aller Zeiten, Religionen und Ideologien machen. Allein das in meinem Anruf freigestellte Herz eines jeden liefert die Grundlage zu meinem Gericht. So wie ich höre, bzw. ein jegliches Herz mir antwortet, so richte ich. Weil ich das Leben in Person bin, wählt wer und was mich ablehnt den Tod, sowie wer und was mich annimmt das Leben.

Und so kann mein Gericht nicht anders als gerecht sein, weil weder ich noch mein Vater richtet, sondern ein jeglicher über sich selbst, in seiner freien Wahl des Lebens oder des Todes. Gott ist dabei lediglich jener, der diese Wahl durch seinen Anruf ermöglicht und erzwingt. Gewählt werden muss also grundgesetzlich, weil sich das Dasein aus Leben und Tod bzw. aus Dasein und Nichtsein zusammensetzt, sodass für das Dasein zwei entsprechend polare Entscheidungen gebraucht werden. Alles was sozusagen nicht heiß oder kalt ist, spucke ich darum aus meinem Munde aus, auf dass es dadurch heiß oder kalt werde.

 

A.D.

An dieser Stelle kommen wir in die Systematik des Daseins rein, wie ich sie in Biblium bis in alle Einzelheiten ausführe. Es würde den Rahmen dieses Interviews sprengen, das Thema hier weiter zu vertiefen. Und nicht jeder würde dies auf Anhieb verstehen können. In der Frage des Weltgerichtes gibt es meines Wissens keine konfessionellen Unterschiede. Alle glauben mehr oder weniger an ein nach Tod und Auferstehung von dir abzuhaltendes Weltgericht, in der die Menschheit in die Guten und Bösen aufgeteilt wird. Während dabei die Guten in das himmlische Paradies eingehen dürfen, werden die Bösen in das höllische Feuer geworfen.

 

INRI:

Wie sich bei näherer Betrachtung aus meiner Gerichtsschilderung ergibt, kann ein jeder unbeschadet glauben was er will, weil durch meinen unausweichlich sich ereignenden Anruf zum Gericht damit jeder augenblicklich in seinem Herzen zu seiner ihn selbst betreffenden Urwahl zu entscheiden hat. Denn in einer zwingenden Augenblickssituation kann es keine Zeit zum Nachdenken geben. Dann gibt es nur die zwei die Person aufspaltenden, polaren Reaktionen des sich Öffnens zum Leben und des sich Verschließens zum Tod. Denn das Dasein braucht zu seinem Sein die bestandsbildende Polarität des Nichts und Seins.

Mit Bibel und Evangelium ging es dagegen um die Fortführung meiner Mission zur weiteren Vollendung des Werkes meines Vaters. Dafür wurde ein beständiger Informationstransport durch die veränderlichen Zeiten hindurch gebraucht. So war es jedenfalls bis jetzt in der Vergangenheit stets gewesen. Mit Biblium gibt es nunmehr zu guter Letzt die alles geraderückende Schlussoffenbarung für diejenigen, denen an einer Aufklärung über die tatsächlichen Daseinsverhältnisse gelegen ist. Allen anderen geht es daher in ihrem Glauben oder Nichtglauben mehr oder weniger gut, sodass bei ihnen kein Handlungsbedarf besteht. Nur für diejenigen, die leidenschaftlich nach den Existenzgründen fahnden, soll es ausnahmsweise zur Feier der " letzten Zeit " noch ein solch finales Angebot geben. Nicht mehr und nicht weniger!

Das Kirchenvolk glaubt von jeher nur seiner Kirche, als dort z.B. von der Spitze herab für die Unteren entschieden wird, was auf der Grundlage der Bibel zum Glauben anzunehmen ist oder nicht. Bei der ganzen erkennbaren Lückenhaftigkeit und Widersprüchlichkeit in fast allen Schriften, ist das, was die frühe Kirche für sich zusammengereimt hat, dennoch sehr beachtlich, und verdient unseren vollen Respekt. Darüber hinaus kehrt sich ja mit dem baldigen Zeitende das Dasein um, wodurch alles zu sich selbst hin verwandelt wird. Alle irrigen Vorstellungen über Gott, Welt und Gericht werden dabei wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen, und durch eine alles überstrahlend unendliche Wirklichkeit ersetzt, die ich selbst bin.

Weil das zum Naturgesetz so ist und bleibt, kann diese gegenteilige Weltzeit so weitermachen wie bisher. Ich habe kein Interesse an ihr. Ihr Schicksal ist seit Weltgrundlegung festgelegt und besiegelt, ebenso wie das Schicksal eines jeden einzelnen. In diesem Zusammenhang hatte ich mein persönliches Schicksal eben so anzunehmen, wie es seit Anbeginn für mich vorgesehen war. Und so gilt eben was für mich galt, auch für jeden anderen in dieser Weltzeit. Nur können alle anderen im Unterschied zu mir ohne Vorausschau ihr Schicksal nicht kennen, wodurch sie es erst im Rückblick zu erfassen vermögen.

 

A.D.

Schön und gut. Aber sollte man an dieser Stelle nicht vielleicht auch einmal etwas für die Leser unseres Gesprächs bieten? Ich denke da eine beispielhafte Darlegung aus dem Kern deiner Verkündigungen. Wie du sagst, hattest du deinen zwölf Jüngern abseits deiner öffentlichen Vorträge alles besser verständlich gemacht. Ähnliches sollte darum hier auch einmal getan werden, damit ein jeder sieht, dass du bei allem Desinteresse an dieser Weltzeit, so doch an den darin befindlichen Menschen ein natürliches Interesse hast. Beispielsweise könntest du einmal für ein besseres Verständnis von Himmel, Hölle und Gericht auf diesen Begriffskomplex näher eingehen.

 

INRI:

Ich wiederhole mich nur ungern, und greife ebenso ungern unserem Buch vor. Doch sind in Biblium die kirchlichen Dogmen nur am Rande etwas gestreift worden, sodass ich deinen Vorschlag aufgreifen möchte, und vorab generell etwas zu den Dogmen und ähnlich feststehenden Glaubensgrundsätzen sagen will.

1. Die katholische Lehre von der Läuterung nach dem Tod - als das sogenannte Fegefeuer, um die Seele in einen gottgefällig ewigkeitsfähigen Zustand zu bringen - ist nichts weiter als eine fromme Dichtung, die keine wirkliche Grundlage hat, weil es aus dem Tod keine Auferstehung gibt. Ich hatte es damals wie heute verkündet, dass Gott kein Gott von Toten ist. Wer also die einst von mir verkündete Auferstehung sowie auch meine eigene Auferstehung aus dem Grab heraus in Übereinstimmung mit meinen sonstigen Aussagen zu diesem Thema verstehen möchte, ist an das Siegelbuch zu verweisen. Mehr dazu sage ich hier nicht.

2. In gleicher Weise nichtig ist das allgemeine " Un-Verständnis" von der Seele, insofern die Kirchen und überhaupt alle egal welcher Religion oder Weltanschauung keine genaue Vorstellung davon haben, wie sich die Seele definiert, bzw. was genau sie denn darstellt. Wenn ich mich recht erinnere, so hatte ich in einem Vorinterview die Definition der Seele besprochen, weswegen ich mir hierzu weitere Ausführungen ersparen möchte.

3. Grundfalsch sind sämtliche Vorstellungen vom Schöpfungsvorgang und dem so genannten " lieben Gott " und seinem Gericht zu Himmel und Hölle. Da hier ein elementares Wissen über die Daseinsgrundlagen zur Voraussetzung unabdinglich ist, sehe ich mich außerstande, diese Thematik zur Gänze auszubreiten. Deshalb werde ich nachher nur sehr verkürzt dazu Stellung nehmen können.

4. Auch die katholische Sünden-, Gnaden- und Rechtfertigungslehre ist nun mal leider ein kirchliches Konstrukt, ohne eine Wirklichkeitsentsprechung. Ich gebe aber gerne zu, dass ich daran nicht ganz unschuldig bin. Ich hatte bei meiner einstigen Verkündigung öffentlichen Druck zu machen. Dafür konnte ich mich der bereits vorhandenen und sehr gut geeigneten alttestamentlichen " Sünden-Theologie" bedienen. Manchmal heiligt eben doch der Zweck die Mittel, wie das bei der Wichtigkeit meiner Mission der Fall gewesen war. Ich hatte schließlich das Werk des Vaters zu vollenden, wofür Gläubige zur Mithilfe gebraucht wurden. Und die konnte es naturgemäß bei der geistigkeitsweisen Unüberprüfbarkeit meiner ganzen Missionstätigkeit - trotz all meiner Zeichen und Wunder - nicht ohne irgendeine veranlassende Methodik geben.

 

A.D.

Also nur um die Gläubigen zu gewinnen und auch zu halten, waren Himmel und Hölle sozusagen mit einer krachenden Schlussabrechnung notwendig gewesen?

 

INRI:

Das jüdische Denken zu meiner Zeit war geprägt vom "Lohn-und-Strafe-Bewusstsein". Denn als das Wort Gottes hatte ich den alttestamentlich immer wieder erneut widerspenstigen Israeliten - im Rahmen meines Bundes mit ihnen - gewisse Umgangsformen beizubringen. Wie sich dabei herausstellte, funktionierte das am besten nach dem Prinzip von Zuckerbrot und Peitsche. Weil sich aber bei Geistigkeit Zuckerbrot und Peitsche in Himmelslohn und Sündenstrafe zu übersetzen haben, mussten demgemäß ein in begrifflicher Unschärfe jenseitiger Himmel sowie eine jenseitige Hölle formuliert werden. Ich hatte mir schließlich vorab für meine bevorgestandene Mission einen gesellschaftlichen Wirkungskreis zu eröffnen gehabt, in welchen ich dann bei zureichender Verankerung hineingeboren werden konnte. Insoweit gab es eben zur Verkündung eines Lohn-Himmels und einer Straf-Hölle keine Alternative. Darum hatte ich während meines öffentlichen Auftretens stets auch diese von mir schon über die Propheten vorinstallierten Vorstellungen zu nähren gehabt.

Dennoch haben demgegenüber Himmel und Hölle im Gefüge des Daseins eine ganz reale Grundlage. Während also die Hölle das Reich des Satans ist, entfällt dann zum Gegensatz der Himmel auf das Reich meines Vaters. Und dass diese jetzige Weltzeit das Reich des Satans ist, hatte ich gelegentlich durchblicken lassen ( Joh 12,31 / 14,30 / 16,11 / Offb 2,13 ). Ebenso dass es sich bei der künftigen Weltzeit als Ewigkeit um das Reich meines Vaters handelt ( Joh 8,23 / 18,36 / Mt 6,13 / Mk 10,30 / Lk 18,30 / 20,35 ). Immer wieder hatte ich meinen Reden hinzugefügt, dass wer es fassen kann, es fassen soll. Zu fassen wäre hierbei gewesen, dass wenn die jetzige Weltzeit des Satans ist, damit eben hier auch die Hölle diesseitig gegeben sein muss, die deswegen nicht irgendwo jenseitig sein kann. Entsprechendes musste dann natürlich auch für den Himmel gelten. Allein für all diejenigen, welche über ein besonderes geistiges Fassungsvermögen verfügten, hatte ich die solchermaßen tatsächliche Hölle mit dem tatsächlichen Himmel angedeutet. Für alle anderen aber genügte mir deren Glaube an ein jeweils in Jenseitigkeit undefinierbares Höllen- und Himmelreich, basierend auf der Sündenstrafe und dem Gehorsamkeitslohn.

Denn das Heil eines jeden ist schließlich nicht von dessen richtiger oder falscher Vorstellung der Daseinsgegebenheiten abhängig. Wie ich ja soeben schon ausführte, läuft das ewige Heil aller Menschen aller Zeiten über aller Herzensreaktion, die bei meinem überzeitlichen Anruf an alle, unausweichlich ist. Sie erfolgt vom Vater her die Person aufspaltend nach zwei Seiten hin, entsprechend der Selbstpolarität des Daseins zu Nichts und Sein, bzw. Tod und Leben.

 

A.D.

Dass man kein Christ sein muss, um bei deinem Anruf in einer Augenblicksreaktion der Öffnung zu dir, das Leben zur Teilnahme am ewigen Gottesreich gewählt zu haben, werden viele Christen nicht verstehen können sowie akzeptieren wollen. Sie halten sich eng an das Neue Testament, in dem du das Reich von einem zeitlich gelebten Glauben an dich abhängig machst. Was willst du denen hier antworten?

 

INRI:

Der Glaube an mich ist in der Tat eine auf den Punkt gebrachte unglaubliche Sekundenentscheidung. Das habe ich aber auch in meiner damaligen Verkündigung nicht ausgelassen ( Joh 5,24 / 12,48 ). Wen ich also zu einem herausgenommenen Zeitpunkt seines jeweiligen Lebens zur Anklage anrufe, der hat augenblicklich zu mir in meinem Anruf antwortend Stellung zu nehmen. Wer sich mir dabei nicht antwortend oder ausweichend antwortend verschließt, wählt den Tod zum Nichtsein. Wer aber sogleich einsichtig um eine zweite Chance nachsucht, hat sich mir geöffnet, und das Leben gewählt. So einfach und unspektakulär ist Gottes Welt- und All-Gericht. Mit der zeitlichen Glaubensbefassung geht es wesentlich um eine Vorbereitung auf meinen Anruf, mit der man sich relativ sicher sein kann, auf jener Seite von sich selbst zu stehen, die richtig reagiert. Der Christ hat somit einen kleinen Vorteil gegenüber dem Nichtchristen, der aber - das muss ich leider hier so sagen - unterm Strich keiner mehr ist.

Denn ich bin das All in Person, und somit der Herr allen Daseins, weshalb alles in mir zu meiner absoluten Verfügung ist. Von daher wird von meiner in Überzeitlichkeit einmaligen Anklage an die komplette Schöpfung ein jegliches in seiner Zeit an seinem Ort zu seiner zu leistenden reaktiven Selbstwahl erfasst. Da kann es natürlich keine Trennung in Christen und Nichtchristen geben. Der von mir zu meinen Lebzeiten verlangte Glaube an mich war dann andererseits zugleich auch in den Dienst an meiner späteren Kirche gestellt, für eine erforderliche Informationsübermittlung durch die zwei Jahrtausende hindurch bis hin zu dir. Mit dem Buch der 7 Siegel hat sich nunmehr dieses informationsbezügliche Glaubenserfordernis zur Abgeschlossenheit erledigt.

In meiner damaligen Verkündigung ließ ich es schon anklingen, dass außer Gott niemand gut ist. Alles was ist, ist sowohl gut als auch böse. Graduelle Unterschiede bei den Individuen ändern an dieser generellen Tatsache absolut nichts. Darum sprach ich davon, dass eher ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass z.B. ein Reicher in den Himmel kommt. Keiner ist also in seiner Zugehörigkeit zu dieser Weltzeit sowohl als Christ als auch als Nichtchrist ewigkeitstauglich ( Joh 8,23 ). Nicht umsonst hatte sich der Vatikan hierzu ein läuterndes Fegefeuer für die Seelenreinigung einfallen lassen, um so ein in Wirklichkeit nicht vorhandenes Problem zu beheben. Und noch so manch andere "Problemlösungen" haben sie sich einfallen lassen, um bei all ihrem Unverständnis der Schriften eine mehr schlecht als rechte Plausibilität herzustellen. Doch brauche ich mich nicht daran zu stören, weil das worauf es mir ankam, mit den Kirchen ja insgesamt bis dato zur Gänze erfüllt werden konnte.

 

A.D.

Überliefert ist von dir z.B. eine Gerichtsrede, in der du dich auf einen König beziehst, der die Welt vor sich versammelt und sie aufgrund seiner verdeckten Lebensgeschichte richtend aufteilt ( Mt 25,32 - 46 ). Ich denke, dass diese Schilderungen allgemein ganz wörtlich aufgefasst und verstanden werden. Ewige Pein und ewiges Leben werden dort als die Folgen richtigen oder falschen Verhaltens ausgegeben. Das ist doch sicherlich etwas anderes als das, was du hier zu diesem Thema ausführst. Wie also geht das alles zusammen?

 

INRI:

An dieser Stelle ist es nun soweit, einmal Grundsätzliches hinsichtlich meines damaligen öffentlichen Auftretens darzulegen:

Alle meine einstigen Lehren und Reden sind von mir zum ganz überwiegenden Teil in Form von Gleichnissen vorgetragen worden. Denn an der durchschnittlichen Naivität der Leute ändert sich nie etwas, weil die Lebensspanne eines jeden viel zu kurz ist, um sich währenddessen genügend Lebensweisheit für ein offenes von echter Spiritualität getragenes Daseins- und Weltverständnis anzueignen. Dem hatte ich ständig bei allen meinen Reden Rechnung zu tragen.

Sieh dir doch die heutige Welt an! Ist etwa die menschliche Gesellschaft seit meiner Zeit trotz Pfingsten, Bibel und Kirche klüger oder friedlicher geworden ? Oder wurde gar die Liebe zu einer normalen Alltagserfahrung?

Indem sich an den Grundbedingungen - Krankheit, Not und Tod - dieser dem Satan gehörenden Weltzeit niemals etwas ändern wird, solange sie dauert, kann es aus ihr heraus auch keinen Ausweg zur Erlösung geben. Wenn ich also sage, dass ich kein Interesse an dieser Weltzeit habe, weil sie nicht mein Reich sondern das meines Gegners ist, dann wäre auch jede Klartextlichkeit in meinen Lehren töricht und fehl am Platze gewesen. Abgesehen davon, dass für eine Klartextlichkeit eine nicht unerhebliche intellektuelle Reife - gepaart mit einer völligen Weltoffenheit - unverzichtbar gewesen wäre. Unter all den mir bekannten Leuten aus Israel, denen ich im Laufe meiner Zeit begegnet bin, war weit und breit kein einziger dabei, der meiner Einschätzung nach diese Vorbedingungen erfüllt hätte. Einmal abgesehen von Johannes dem Täufer, dem aber sein blinder Eifer zum Verhängnis wurde. So musste ich gezwungenermaßen auf die ganz gewöhnlichen und allgemeinen Alltags- und Welterfahrungen der Leute eingehen und darauf abheben, um ihnen einen Schimmer von dem nahezubringen, was die allgemeine Existenz, mein persönliches Dasein und das Reich meines Vaters betraf. Dann ist es doch ganz natürlich und einsehbar, wenn sich meine damaligen Ausführungen von denen hier auf deiner Webseite unterscheiden.

Die Unterschiede sind somit in Bezug auf meine damaligen Gerichtsreden die, dass das Gericht seinerzeit von mir in ganz handfeste Geschichten aus dem allgemeinen Erfahrungsbereich der einfachen Leute gekleidet wurden. Denn das wegen der Überzeitlichkeit rein geistige Weltgericht sollte die mentale Leistungsfähigkeit meiner Zuhörerschaft nicht über Gebühr strapazieren. Und diese von dir angeführte Gerichtsrede ist symptomatisch bzw. beispielhaft für alle anderen meiner nach dem gleichen Muster abgelaufenen Reden und Vorträge. Was glaubst du denn, weswegen ich mich fast ständig solcher Redewendungen " Wer Ohren hat zu hören, der höre - Wer es fassen kann, der fasse es " bediente ? Weil ich aber bei aller Offenbarung auch ein Allgeheimnis zu wahren hatte, bereitete mir die allgemeine Verständnislosigkeit keine wirklichen  Probleme, sondern sie konnte dadurch meinerseits verständig hingenommen werden.

Und weswegen ich immer wieder mal die Hölle mit ewiger Pein polar zu Himmel und Paradies beschwor, hatte ich eben zuvor schon klargelegt. Dass aber mit dem Himmelreich nicht irgendein luftiges Wolkenkuckucksheim gemeint sein konnte, sondern eine personale Qualität der tatsächlichen spirituellen Teilhabe an mir, geht aus meinen vielen sich darauf beziehenden Gleichnissen ( z.B. Mt 13,24 / 13 ,31 / 13,33 / 13,44 / 13,45 / 13,47 / 18,23 / 20,1 / 22,2 / 25,1 ) in Eindeutigkeit hervor. Und wenn der Himmel eine personale bzw. körperlich-seelische Qualität im Positiven ist, dann muss ergo umgekehrt die Hölle eine personale Qualität im Negativen sein, wofür in dieser Weltzeit Krankheit, Not und Tod stehen, die früher oder später einen jeden ereilen.

 

A.D.

Wenn ich nun alles richtig verstanden habe, dann gibt es Himmel und Hölle in einer Doppelbelegung.

Also Himmel und Hölle zum einen als individuelle personale Befindlichkeiten, und zum anderen als die polaren Weltzeiten. Wobei eben die Befindlichkeiten in einer direkten Entsprechung zu den Weltzeiten stehen, und von ihnen abhängig sind.

 

INRI:

Ganz genauso ist es. Diese Weltzeit mit ihren todlastigen Übeln sorgt für eine entsprechende Befindlichkeit. Ebenso wie die künftige Weltzeit mit ihren unbeschreiblichen Wonnen des unendlichen Lebens für eine entsprechende Befindlichkeit sorgt. Mein aus der Überzeitlichkeit ergehender Anklageanruf - als das alle Zeit erfassende Welt- und Gottesgericht - spaltet einen jeden und alles in diese beiden Pole des Daseins auf, weil wie ich zuvor schon sagte, beides für das Dasein benötigt wird. Auch dazu hatte ich seinerzeit in Israel Gleichnisse ausgeführt, die von meinen Evangelisten mitüberliefert sind ( Mt 24,40 / 24,41 / Lk 17,34 ). Der Eine ist dem Tod geweiht, und der Andere dem Leben, und dabei handelt es sich um die identische Person. Und dass das jeden und alles ereilende Allgericht folglich für jeden ein anders Datum tragen muss ( Mt 24,42 / 24,43 / 24,44 / 24,50 / 25,13 ), und darum keine datierbare Vollversammlung der Menschheit aller Zeiten an einem undefinierbaren Fantasieort sein kann, war meinen diesbezüglichen Gleichnissen mit ein wenig gesundem Verstand zu entnehmen.

Denn indem ich als Herr und Besitzer des Alls dieses selbst bin, ist die komplette weltzeitlange Schöpfung von Anfang bis Ende in mir enthalten ( Jes 41,4 / 44,6 / Jer 48,12 Off 21,6 / 22,13 ). Ich allein bin der Herr von Zeit und Ewigkeit, wodurch alles ohne Ausnahme sozusagen als eine zu eben solcher Weltzeitlänge bestehende Vollversammlung zum Gericht vor mich hin gestellt ( Mt 25,32 ) ist. Insoweit gibt also nur bei richtigem Wissen um die Dimensionalität der Dinge, das zuvor genannte Gleichnis von der Vollversammlung vor dem König, dann die Wirklichkeit ganz zutreffend wieder.

 

A.D.

Ich denke nun, dass diese Darlegungen von Himmel, Hölle und Gericht nicht präziser und beeindruckender sein könnten. So mancher in seinem naiven Kinderglauben, der immer treu und brav das nachbetet, was man ihm von jeher vorbetet, wird möglicherweise wenn er dies hier liest, sozusagen aus allen Wolken fallen.

 

INRI:

Man muss einfach sehen - und ich sage das zur vollständigen Entschuldigung aller -, dass ohne Einblick in die tatsächlichen Daseinsgegebenheiten bis auf den heutigen Tag die Dinge nicht ordnungsgemäß und korrekt auf die Reihe gebracht werden konnten. Wer allerdings nach dem Studium unserer Gesprächsaufzeichnungen hier auf deiner Webseite immer noch den alten Glaubenslehren nachhängt, dem ist leider mangels persönlicher Freiheit und geistiger Beweglichkeit nicht mehr zu helfen. Er soll - wenn es denn für seinen Seelenfrieden nötig ist - bei seinen bisherigen Glaubensvorstellungen bleiben, und auf das Weltzeitende warten. Es wird ihm eine unendliche Wirklichkeit jenseits aller Vorstellungen eröffnen, welche eben unvergleichlich mehr ist, als alle meine Tatsächlichkeitsbeschreibungen von einst und heute leisten können.

So bin ich mir darüber absolut im Klaren, dass die vollständige Einsicht in alle existenzialen Belange nur von mir selbst geleistet werden konnte, weil ich allein als der Urheber des Daseins über die entsprechenden Fakten und Zusammenhänge ein allumfangendes Einblickswissen besitze, dass mir allein und meinem Partner ein daraus resultierendes komplettes Daseinsverständnis beschert. Und so wissen nur wir beide um Sein und Nichtsein, Anfang und Ende, sowie Vater, Sohn und Heiligen Geist. Weil wir zwei beide wissen, müssen wir nicht glauben, und sind damit in dieser Sache gegenüber allen anderen im Vorteil, die nicht wissen und daher glauben müssen, wenn sie es denn wollen.

 

A.D.

Ein wirklich tolles Schlusswort, mit dem ich unsere heutige Unterhaltung beenden möchte, um sie eventuell zu einem späteren Zeitpunkt weiter fortzusetzen.

 

INRI:

So sei es!

 

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